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Beschränkte man sich in der Frühzeit des Bergbaues auf den einfachen Abbau der Erze, das sogenannte Moltern, so ging man später auf Gesenkebergbau über. Im 15. Jahrhundert erfolgte dann der Übergang zum Stollenbau. Erst durch die Erfindung der Dampfmaschine setzte im Bergbau die Blütenzeit ein. Durch sie konnten größere Tiefen erreicht werden.
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Das
Bild zeigt die Grube "Vereinigung" in den
40er Jahren. Mit dem vorderen Förderturm wurde die Sohlentiefe
von 460 m erreicht. Der hintere Schacht 2, im Jahre 1915 mit
der modernsten Fördermaschine ausgestattet, erreichte
eine Sohlentiefen von 660 m und durch weitere Blindschächte
auf 1.000 m Sohle. |
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Einen frühen Bergbau mit Eisengewinnung um 1590 gab es in dem damaligen Kirchspiel Wissen, laut einer eigenhändigen Notiz des Freiherrn Wilhelm Heinrich von Hatzfeld vom 29.November 1652. Danach waren von alters her Wildenburger Hütten:
Zu Wilderwiese
Alzendahl
Bornhagen
Mühlendahl
Reifenrat.
In der näheren Umgebung von Katzwinkel wurden in den Jahren um 1750-1770 eine Anzahl Grubenfelder aufgeschlossen: Noch heute erkennt man die Stellen, an denen ein früher Bergbau in unserer Gegend betrieben wurde. Ein gutes Beispiel ist die in der Nähe von Katzwinkel liegende Blei- und Silbergrube Anno 1827.
Im Jahre 1824 wurde mit den in dem Bereich Katzwinkel (Buchenhardt) liegenden Grubenfelder:
Pingengang
Nebengang
Florentinus- u. Hoffnungsgang
mit dem Erzabbau im Stollenbergbau begonnen. 1836 wurde durch Zusammenschließung dieser Felder "Die Vereinigung" gebildet. 1837 wurden Herrn Daniel Stein aus Kirchen die Abbaurechte übertragen. Nach Aufschluß weiterer Stollen in dem Bereich der Vereinigung wurde ein Pochwerk und eine Handsetzwäsche gebaut. Im Jahre 1840 wurde schon ein Erzabbau von 1848 t Spateisenstein, 1833 t Brauneisenstein, 0,479 t Kupferenz und 1,155 t Bleiglanzerz erzielt.
Im Jahre 1863 wurde der erste Maschinenschacht geteuft. Mit dem Bau der Siegeisenbahnstrecke im Jahre 1864 wurde mit dem Bau einer Pferdeeisenbahn durch das schöne Bröhltal, von der Grube "Vereinigung" zur "Alten Hütte" nach Wissen begonnen. Im Jahre 1868 wurde die Bahn mit einer Spurbriete von 942mm und einer Gleis- und Streckenlänge von 14,3km fertiggestellt. Bis dahin mußte das Erz per Pferdewagen über die Höhenkämme nach Steeg bei Friesenhagen transportiert werden. Dort befand sich eine Eisenhütte.
Im Jahre 1873 wurde die Pferdebahn durch die erste Dampflok abgelöst.Es waren zwei Lokomotiven der Firma Kraus München. Die Leistung der Erzförderung stieg stetig so dass die Grube Vereinigung 1870 in die Reihe der zehn größten Betriebe des Eisenbezirks eingereiht wurde. Inzwischen war der Schacht auf 115 m geteuft worden. Die Leistung war inzwischen auf 25708 t gestiegen. Im Jahre 1881 wurde ein neuer Tagesschacht (Schacht 1) angesetzt und rasch abgeteuft, 1883 auf 190 m Sohle, 1891 auf 310 m Sohle. Im Jahre 1894 erbrachte die Grube eine Förderung von 49259 t, wobei der Schacht inzwischen auf 360 m geteuft worden war. Auch die Technische Einrichtungen wurden verbessert und so wurde im Jahre 1898 eine neue Fördermaschine installiert.
Im Jahre 1901 wurde eine Schachttiefe von 460 m erzielt. Wegen der steigenden Förderung wurden im Jahre 1907 und 1909 zum Abtransport der Erze auf der Bröhltalbahn stärkere Loks der Firma Jung in Kirchen eingesetzt. Auch wurde eine Modernisierungen der Anlagen im Über - und Untertage Bereich vorgenommen. Es wurde ein neuer Schacht 2 geteuft und im Jahre 1915 mit einer durch Elektromotoren angetriebene Fördermaschine in Betrieb genommen. Die Grube Vereinigung hatte im Jahr 1926 bei einer Belegschaft von ca. 800 Mitarbeitern und eine Förderkapazität von 192000 t. Erz. Das war die größte Förderkapazität im Siegerländer Bergbau.
Durch Teufeln von mehreren Blindschächten erreicht die Grube ein Tiefe von 1000 m. Im zweiten Weltkrieg wurde die Grube stark in Anspruch genommen und es waren Zivil- und Kriegsgefangene eingesetzt worden um den Kriegsforderung gerecht zu werden. Viele Bergleute waren unterdessen zum Kriegsdienst eingesetzt. Im Jahre 1955 wurde mit einer Belegschaft von 454 Mann eine Förderung von 140616 t erzielt, durch den Einsatz von moderner Abraumtechnik und von verbesserten Werkzeuge des Bergmanns und Maschinen.
Mit der Zeit waren die Erzvorkommen fast vollständig abgebaut. Um noch möglicherweise vorhandene neue Erzgänge aufzuschließen, war der Aufwand zu hoch. Deshalb entschloss man sich, die Grube am 10.07.1963 nach 127 Jahren aktiven Bergbaus zu schließen. Nach durchgeführten Recherchen in der Schulchronik konnte ermittelt werden, dass seit 1885 auf der Grube Vereinigung 33 Bergleute den Bergmannstod bei der Ausführung ihrer schweren Arbeit gefunden hatten.
Der Bergbau veränderte schnell das Ortsbild und das Leben in beiden Orten. Handwerker, Gastronomie und Handel hatten sich in den beiden Ort niedergelassen und fanden einen goldenen Boden für ihr Gewerbe. Darunter Schuster, Stellmacher, Schmied, Schreiner, Metzger, ein Handel mit Eisenwaren, eine Postniederlassung, 3 Gaststätten in Katzwinkel und zwei in Elhhausen. 1872 wurde die katholische Kirchengemeinde und der Kirchenchor "Cäcilia" Elkhausen Katzwinkel gegründet.1889 war das Gründungsjahr der Bergkapelle Katzwinkel .
1899 wurde die Ortsfeuerwehr gegründet, die heute in einem geräumigen Feuerwehrhaus untergebracht ist. 1904 war das Gründungsjahr des Knappenchors. Im Jahre 1911 wurde ein Turnverein ins Leben gerufen der heute T u S Katzwinkel heißt. 1921 wurde ein Bürgerverein gegründet, der seine Tätigkeit bis 1930 ausführte, zu vergleichen mit einem Orts Gemeinderat. 1924 war das Gründungsjahr des Schützenvereins. Aufgrund der Ortsgröße und der Grube "Vereinigung" als Großbetrieb, wurde es 1929 notwendig, eine DRK Gruppe als "Zug Katzwinkel" zu gründen.
Bis auf den im Augenblick nur wenig aktiven Viehzuchtverein, sind alle Vereine sehr aktiv und haben inzwischen ihr langjähriges Bestehen mit zahlreichen Jubiläen gefeiert. 1934 wurde eine Grundschule erbaut, eine Schule für Katzwinkel und Elkhausen waren nicht mehr ausreichend. Selbst ein Warm-Schwimmbad wurde in den 30er Jahren durch aktiven Einsatz der Bürger gebaut und wurde bis zur Schließung der Grube genutzt .
Der Krieg hatte in Katzwinkel seine Spuren hinterlassen. Beim Kampf um den Ort am 3.April 1945 wurde 14 Deutsche Soldaten getötet. Sie wurden im Ort beigesetzt. Auch eine junge Bewohnerin mußte im Ort beim Kampf ihr Leben lassen. Durch den Krieg verloren insgesamt 41 Bürger ihr Leben, 20 Vermisste waren zu beklagen. Noch einige Jahren nach Kriegsende wurden die Bürger durch die auf dem Grubengelände erbauten Gefangenenbaracken an diese Zeit erinnert.
Nach dem Mauerfall hat unsere Gemeinde, die Partnerschaft über die Gemeinde "Kefferhausen" in Thüringen übernommen Erst im Jahre 1997 hatten sich in Katzwinkel einige Bewohner, zu größten Teil ehemalige Bergleute zusammengetan und eine Interessengruppe gebildet. Ihr Ziel war der Aufbau eines Grubendenkmals.
Durch eine Gedenktafel am Denkmal, soll auch auf die tödlich verunglückten Bergleute auf der Grube "Vereinigung" aufmerksam gemacht werden. Eine genauere Beschreibung der beiden Dörfer, deren Geschichte mit Höfen und wirtschaftlichem Werdegang, das Leben in der Gemeinde und vieles mehr, wird in einer speziellen Chronik, in mehreren Schriften dargestellt und veröffentlicht.
Wir freuen uns, den Ort Katzwinkel - Elkhausen hier darstellen zu dürfen und freuen uns auf zahlreiche interessierte Besucher, die sich für Bergbau interessieren und Erholung suchen.
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